Written by  2014-07-21

Rechnungslegungsvorschriften ab 2016

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Neue Rechnungslegungsvorschriften ab 2016

Die geplanten Änderungen beruhen auf einer Anpassung an die EU-Bilanzrichtlinie

Die 4. Und 7. EG-Richtlinie waren bisher – seit rd. 30 Jahren – Grundlage der handelsrechtlichen Bilanzierung. Im Juni 2013 wurde neue EU-Rechnungsrichtlinie (Richtlinie 2013/24/EU vom 26.6.2013) veröffentlicht, welche den Inhalt beider
Richtlinien zusammenführt und damit eine einheitliche Rechnungslegungsgrundlage in der EU bildet. Ziel der neuen Richtlinie Ist vor allem eine Harmonisierung der nationalen Rechnungslegungssysteme und damit eine verbesserte grenzüberschreitende Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen.

Die Anpassung im HBG wird verbindlich sein für Geschäftsjahre ab dem 01.01.2016.

Es ist eine Erhöhung der Schwellenwerte für die Klassifizierung der Unternehmen als klein, mittelgroß oder groß zu erwarten.

Die EU-RL sieht die verpflichtende Einführung des Grundsatzes substance over form vor. Hierbei handelt es sich um eine wirtschaftliche Betrachtungsweise der in Bilanz und G+V dargestellten Geschäftsvorfälle. Grundsätzlich ist dieser EU-Grundsatz vergleichbar mit dem deutschen Grundsatz der wirtschaftlichen Betrachtungsweise, allerdings verknüpft das deutsche Handelsrecht derzeit bei der Frage der Zurechnung von Vermögensgegenständen eine rechtliche und wirtschaftliche Sichtweise.

Neu wird die Einführung eines generellen Grundsatzes der Wesentlichkeit sein. Dieser neue Grundsatz betrifft sowohl Ansatz, Bewertung als auch den Ausweis im Jahresabschluss.

Die Bewertung der Posten im Jahresabschluss erfolgt weiterhin nach dem Anschaffungskostenprinzip. Allerdings erlaubt die EU-RL eine Bewertung des Anlagevermögen auf Neubewertungsbasis und eine Bewertung von Finanzinstrumenten und anderen Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert.

Die EU-RL enthält zwei alternative Gliederungsformate für die Bilanz (horizontal und vertikal). Das HGB entspricht i.W. den EU-Vorgaben. In der G+V wird die Unterscheidung zwischen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und dem a.o.Ergebnis aufgegeben. A.O. Posten sind künftig nur noch im Anhang zu erläutern.

Die Bewertung entspricht i.W. der jetzigen handelsrechtlichen Bewertung. Eine Neuerung ergibt sich bei der Bewertung des Geschäft- oder Firmenwertes und Aktivierten Entwicklungskosten. In Fällen, in denen die Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden kann, sind diese Werte innerhalb eines höchstzulässigen Zeitraums zwischen 5 und 10 Jahren abzuschreiben. Die Bewertung von Rückstellungen soll nicht mehr in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages, sondern es soll
auf den besten Schätzweg der Aufwendungen, die wahrscheinlich eintreten werden, abgestellt werden.

Es wird außerdem eine Ausweitung der Anhang-Angaben geben. Zum Lagebericht sind keine wesentlichen Änderungen zu erwarten. Auch für Prüfung und Offenlegung wird es keine wesentlichen Änderungen geben.

Read 4679 times Last modified on Montag, 21 Juli 2014 06:34

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